Egal ob wir von Wohnen, Bildungseinrichtungen oder Gewerbe sprechen und egal ob in der Stadt oder am Land – Klimagemeinschaften verfolgen ein gemeinsames Ziel: Die Klimaneutralität. Klimagemeinschaften gehen über das einzelne Gebäude hinaus und beschäftigen sich mit kleinen Quartieren oder Nachbarschaften.
Sie bündeln Ressourcen („Wir sanieren gemeinsam“) und nutzen Synergien („Ich hab zu viel Energie, mein Nachbar kann sie gebrauchen“).
Die ganzheitliche Betrachtung der Klimagemeinschaft ermöglicht es, für alle Beteiligten Ressourcen einzusparen und effizienter zu werden. Vor Ort in der Gemeinde kann so ein Beitrag zur Klimaneutralität und zur Verbesserung der Lebensqualität entstehen, durch gemeinsames Handeln.
"Eine Klimagemeinschaft ist ein geografisch abgegrenzter Bereich, in dem durch gemeinsames Handeln Ressourcen effizienter genutzt werden, um zur Klimaneutralität und Verbesserung der Lebensqualität beizutragen."
Das Forschungsprojekt Klimagemeinschaften 2023-2026 wird durch den Klima-und-Energiefonds gefördert.
Im Projekt geht es um klimaneutrale Gesamtlösungen für die Sanierung und Weiterentwicklung typischer Bebauungs- oder Nutzungsformen in österreichischen (Klein-)Städten -sogenannte „Klimagemeinschaften“
An diesen Lösungen arbeitet ein interdisziplinäres Projektteam aus den Bereichen Architektur, Bauphysik, Gebäudetechnik, Quartierssimulation und Sozialwissenschaft.
Durch die Unterstützung mehrerer Gemeinden (u.a, Hollabrunn, Korneuburg, Wieselburg, Steyr) entstehen mögliche Lösungen anhand konkreter Fallbeispiele. So werden Potentiale und Herausforderungen vor Ort sichtbar.
Entwicklung konkreter sowie ganzheitlicher Lösungen für Sanierungen (über einzelne Gebäude hinaus)
Projektteam von Architektur bis Sozialwissenschaft
Nutzung aktueller technischer Möglichkeiten
Kooperation und Vernetzung mehrerer (Stadt-)Gemeinden in Österreich
Der Begriff „Umwelt“ bezieht sich im Projekt Klimagemeinschaften auf natürliche Ressourcen und ökologische Prozesse, die durch menschliche Aktivitäten beeinflusst werden.
Beispielsweise geht es dabei um den gesamten Energieverbrauch in einem Quartier, d.h. den täglichen Verbrauch durch Heizung/Kühlung, Strom, Verkehr, aber auch den Energieverbrauch durch den Neubau oder die Sanierung von Gebäuden.
Eng damit verbunden sind auch die Emissionen, d.h. die freigesetzten Treibhausgase, die zum Klimawandel beitragen und die Frage, wie diese reduziert werden können.
Ein sehr wichtiger Umweltaspekt ist auch die Bebauung. Der Versiegelungsgrad gibt dabei an, wie viele natürliche Flächen (wie Wiesen oder Wälder) durch Materialien wie Asphalt, Beton oder Gebäude überdeckt sind. Diese Flächen mindern den Grünflächenanteil, stehen damit Pflanzen und Tieren nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt zur Verfügung und können auch kein Regenwasser mehr aufnehmen. Bei Gebäuden ist zudem interessant, wie hoch diese sind – d.h. wie hoch die Bebauungsdichte ist. Je höher, umso mehr Menschen können auf derselben Grundfläche leben und arbeiten und dieselbe Infrastruktur, wie Straßen oder öffentlichen Verkehr nutzen.
FRAGEN ZU
KLIMAGEMEINSCHAFTEN UND UMWELT
Beim Thema Energie geht es um die Versorgung von Privathaushalten, Gewerbe und Infrastruktur mit Strom und Wärme, aber auch und immer mehr mit Kälte. Wie viel Energie z.B. für die Heizung von Gebäuden notwendig ist, aber auch, wie dieser Verbrauch in Zukunft verringert werden kann, ist im Projekt Klimagemeinschaften eine wichtige Frage.
Ganz zentral ist dabei auch, wie diese Energie bisher gewonnen wird, aber auch, wie sie in Zukunft möglichst klimaschonend erzeugt werden kann. D.h. es geht um die Frage, wie die Energiegewinnung von nicht erneuerbarer Energie, wie Kohle, Gas oder Öl schrittweise Richtung erneuerbare Energie, wie Sonne, Wind oder Erdwärme gehen kann.
Auch Begriffe wie Energieautonomie, Eigenverbrauch und Energieautarkie spielen dabei eine Rolle: sie geben an, wie viel Energie lokal produziert werden kann, wie viel des Bedarfes dadurch gedeckt werden kann und wie hoch dadurch die Unabhängigkeit von externen Energiequellen ist.
FRAGEN ZU
KLIMAGEMEINSCHAFTEN UND ENERGIE
Einen wichtigen Beitrag zu unserer Lebensqualität leistet die Versorgung mit geeignetem Raum zum Wohnen und Arbeiten. Wichtig ist dabei einerseits die Nutzungsmischung (Wohnen, Büro, Gewerbe), andererseits aber auch die Vielfalt der Wohnformen in einem Quartier oder einer Siedlung (Häuser/Wohnungen, Eigentum/Miete, unterschiedliche Größen und Grundrisse, etc).
Bei der Zufriedenheit mit unserem privaten Wohnraum geht es beispielswiese um Belichtung (aber auch Beschattung wenn nötig), Lärmschutz, Energie- und Wärmeversorgung oder wohnungsbezogene Freiräume (Balkon, Terrasse, Garten).
Neben unseren eigenen „Vier Wänden“ geht es im Rahmen der Klimagemeinschaften aber auch um unseren „gemeinsamen Raum“. Der Freiraum und seine Qualitäten spielen eine ganz wichtige Rolle, wenn es um Aufenthalt und Bewegung im Freien geht, Kontakte in unserer Nachbarschaft, gemeinsames Spielen und andere (soziale) Aktivitäten geht. Dabei ist es wichtig, wie dieser „öffentliche Raum“ gestaltet ist: gibt es Sitzmöbel, Schatten, Trinkmöglichkeiten, gibt es sichere Wege, gute Verbindungen, wie ist die Lärm- und Geruchsbelastung, gibt es ausreichend gute Beleuchtung, wie sind die Erdgeschoßzonen gestaltet?
Auch die soziale Infrastruktur, die Versorgung mit Nahversorgern, Kindergärten, Schulen, Apotheken und Gesundheitsdiensten, Gastronomie, öffentliche Verwaltung, Freizeit- und Sporteinrichtungen ist für unsere Lebensqualität von Bedeutung. Ein guter „Nutzungsmix“ schafft kurze Wege, fördert Mobilität zu Fuß und mit dem Rad und trägt zu einem lebendigen öffentlichen Raum bei.
FRAGEN ZU
KLIMAGEMEINSCHAFTEN UND LEBENSQUALITÄT
Auch das Thema Mobilität hat im Projekt Klimagemeinschaften eine zentrale Bedeutung. Dabei geht es vor allem um die Förderung klimafreundlicher Mobilität, also Maßnahmen, die Fuß- und Radverkehr betreffen, aber beispielsweise auch Car-Sharing oder den öffentlichen Verkehr.
Neben Verbesserungen der Fuß- und Radweginfrastruktur, dem Wegenetz, der Güte (Taktung, Haltestellennetz) der öffentlichen Verkehrsmittel geht es dabei auch um die Gestaltung des öffentlichen Raumes. D.h. auch die Gestaltung der Erdgeschoße, die Beleuchtung, Begrünung oder Beschattung können dazu beitragen, dass eher zu Fuß gegangen wird.
Zentral ist dabei natürlich auch die Nutzungsmischung in einem Quartier, damit die Wege zur Ärztin, zum Kindergarten, zur Apotheke oder zum Geschäft auch zu Fuß oder mit dem Rad bewältigbar sind. Hier wird auch von einer „Stadt / Gemeinde der kurzen Wege“ gesprochen.
FRAGEN ZU
KLIMAGEMEINSCHAFTEN UND MOBILITÄT
Die Wirtschaftlichkeit bezieht sich bei Klimagemeinschaften auf die ökonomische Bewertung eines Quartiers bzw. einer Klimagemeinschaft. D.h. es geht um finanzielle Aufwände, die innerhalb eines definierten Betrachtungszeitraums notwendig sind um Gebäude zu sanieren, Um- und Aufbauten vorzunehmen oder auch Gebäude zu betreiben und instandzusetzen. Dabei geht es auch um die Kosten der Gemeinde für zusätzlich notwendige Infrastruktur, wie Kanal, Straßen, Wege, aber auch Bildungs- und Betreuungseinrichtungen.
Wichtig ist bei der Wirtschaftlichkeit auch das „Image“ der Nachbarschaft oder des Quartiers, das zu einer höheren Identifikation der Bevölkerung mit dem Wohnumfeld, das beispielsweise ein größeres Zusammengehörigkeitsgefühl, längeren Mietdauern, geringerer Fluktuation und höherer Nachfrage fördern kann.
FRAGEN ZU
KLIMAGEMEINSCHAFTEN UND WIRTSCHAFTLICHKEIT
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Die Ausschreibung „Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt“ ist Teil des FTISchwerpunkts „Klimaneutrale Stadt“ des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität Innovation und Technologie (BMK) und des Klima- und Energiefonds (KLIEN). Die Abwicklung erfolgt im Auftrag des BMK und KLIEN durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (AWS).